FAQ
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Wie kann ein Haushalt den Elektroenergielieferanten auswählen, wenn in das Haus nur "ein Kabel der Elektroleitung" führt und wenn dieser der regionalen Energiegesellschaft gehört?
Ähnlich wie auch im Falle der Telekommunikationsdienstleistungen, wo die neuen Operatoren die bereits bestehenden Telefonleitungen nutzen, wird in die einzelnen Haushalte auch weiterhin lediglich eine Elektroleitung führen, wie dem auch bisher der Fall ist. Der Haushalt wählt die Elektroenergie aus dem Angebot eines beliebigen Lieferanten aus, von dem er den Strom einkaufen möchte und die Vertriebsgesellschaft transportiert durch die Elektroleitung den bestellten Strom bis in das Haus.
Entsteht dadurch, dass die Gesellschaft ČEZ die Vermögensanteile an den regionalen Energiegesellschaften erworben hat, nicht ein Monopol beim Elektroenergieverkauf? Werde ich infolgedessen nicht notwendigerweise den Strom von der Gesellschaft ČEZ einkaufen müssen?
In keinem Fall kann man von einem Monopol bezüglich des Verkaufs von Elektroenergie sprechen. Alle berechtigten Kunden, also ab dem 1. 2006 auch die Haushalte, können die Dienstleistungsangebote eines breiten Spektrums von untereinander in Konkurrenz stehenden Verkäufern - Energiehändlern in Anspruch nehmen. Mit fortschreitender Liberalisierung wird es für die Kunden also immer weniger von Bedeutung sein, wem das Vertriebsnetz ("die Kabel der Elektroleitung") gehört. Das Gesetz räumt dem berechtigten Kunden die Möglichkeit der freien Lieferantenwahl (Elektroenergiehändler) ein, mit dem er einen Liefervertrag schließt. Derartige Lieferanten (Händler) entstehen in großer Menge, was auch in Zukunft passieren wird und somit erhält der Kunde eine breite Auswahl an Lieferanten. Der Händler an und für sich stellt den "Transport" der Elektroenergie an den Bestimmungsort sicher, also vom Produzenten bis zum Kunden in dessen Haushalt. Die regionalen Energiegesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, diese Lieferungen auszuführen und sie bleiben somit lediglich eine Art Verwalter des Verteilernetzes oder ebenfalls eine Art Vermittler, der die Elektroenergie vom Verkäufer zum Konsumenten "zuzustellen" hat. Diese gesetzliche Pflicht bleibt ohne Berücksichtigung dessen gültig, ob der Mehrheitsanteil an den Vertriebsgesellschaften der Gesellschaft ČEZ oder einem anderen, zum Beispiel einem ausländischen Inhaber gehört.
Ist die Regenbogenenergie wirklich zuverlässig?
Die Elektroenergie, die in den Kraftwerken hergestellt wird, kann auf keinerlei Art gelagert werden. In jedem Augenblick müssen so viele Produktionsanlagen in Betrieb sein, dass der augenblickliche Strombedarf im Netz abgedeckt wird. Die Lieferung von Elektroenergie ist also nur so zuverlässig, wie zuverlässig der Lieferant ist, der dies absichert.
Die Energiegesellschaft ČEZ ist dank ihrer technischen Fähigkeiten, dem qualifizierten Personal, der Mannigfaltigkeit der Kraftwerke, der wirtschaftlichen Kraft und der Erfahrungen ein Garant von wahrhaft stabilen und zuverlässigen Lieferungen von Elektrostrom. Fortlaufend werden beträchtliche Mittel in die Modernisierung der Produktionsanlagen investiert, damit deren reibungsloser Betrieb gewährleistet werden kann. Die breite Palette von verschiedensten Kraftwerken ermöglicht die augenblickliche Reaktion auf Änderungen beim Bezug von Elektroenergie. Die Produktionsquellen von ČEZ sind im Stande, genau die Leistung zu regulieren und für die Augenblicke eines schnellen Anstiegs beim Bedarf von Elektroenergie stehen jederzeit hinreichend Reservekapazitäten zur Verfügung.
Wenn Sie auf die tschechische Landkarte schauen, stellen Sie fest, dass sich beide Atomkraftwerke an der Grenze zu Österreich befinden. Warum wurden diese Anlagen nicht in der Mitte des Staats errichtet?
Einerseits unterliegt die Auswahl des Platzes für den Bau eines Atomkraftwerks vielen Kriterien, unter anderem geologischen. In Südböhmen und Südmähren befinden sich alte und stabile geologische Formationen mit einem minimalen Auftreten von Erdbeben. Daher sind sie unter anderem geeignet für den Bau von Atomkraftwerken. Selbstverständlich existieren auch andere geeignete Regionen, Mittelböhmen ist dies aber zum Beispiel nicht. Der zweite bedeutende Grund besteht darin, dass aus der Sicht der optimalen Versorgung mit Elektroenergie die Kraftwerke im zu versorgenden Gebiet mindestens teilweise regelmäßig verteilt sein sollten. Aus historischen Gründen waren die Kraftwerke in der Tschechischen Republik in Nordböhmen und Nordmähren in Regionen mit Kohleförderung konzentriert. Auch deswegen wurden für den Bau der Atomkraftwerke Dukovany und Temelín Orte in Südböhmen und Südmähren ausgewählt.
Wie kommt man bei einer Explosion des Kraftwerks in Sicherheit?
Für den Fall einer großen Havarie des Atomkraftwerks Temelín wurden äußere Havariepläne erarbeitet, die mit einer Evakuierung der Bevölkerung aus der Umgebung des AKW Temelín rechnen. Um was für eine Havarie es sich handeln müsste und welches Gebiet evakuiert werden würde, können Sie im Kapitel "Sicherheit im AKW Temelín" im Teil "Havariebereitschaft des AKW Temelín" lesen. Die Sicherheits- und Notfallsysteme des AKW Temelín sind jedoch so projektiert, dass bei keiner nur denkbaren Havarie die Bevölkerung in einer Entfernung von mehr als 10 km vom Kraftwerk evakuiert werden müsste. Wenn Sie also in Österreich oder Deutschland leben, müssen Sie sich nicht auf eine Evakuierung vorbereiten. Wenn Sie das ganze Kapitel über die Sicherheit des AKW Temelín lesen, so erfahren Sie, dass es in diesem Kraftwerk zwar zu einer Havarie kommen kann, jedoch droht nicht ein Unfall, wie es im Kraftwerk Tschernobyl vorgekommen ist.
In welchem Maße trugen die österreichische Wirtschaft und vor allem österreichische Banken zur Verwirklichung von Temelín bei?
Am Bau des AKW Temelín haben sich keine Banken beteiligt. Die österreichischen Firmen, die sich im Wesentlichen Maße am Bau beteiligt haben, finden Sie im Verzeichnis im Kapitel "Sicherheit im AKW Temelín" im Teil "Hersteller wichtiger Komponenten, Anlagen und Systeme für das AKW Temelín".
Moderne Druckwasserreaktoren werden dank ihrer negativen Wärmekoeffizienten (d.h. bei steigender Temperatur sinkt die Leistung) als "inhärent sicher" betrachtet. Warum existieren dann im Reaktor ständig "Leistungs-Exkursionen", die nur durch Abstellung des Reaktors angehalten werden können?
Ich weiß nicht genau, was Sie unter dem Begriff "Leistungs-Exkursionen" verstehen, aber wenn Sie hiermit Störungen meinen, die bei der bisherigen Inbetriebnahme des AKW Temelín auftraten, z.B. die Abstellung der Hauptzirkulationspumpe, so geht die Antwort dahin, dass die Betriebsvorschriften bei vielen Betriebsstörungen, auch bei wenig bedeutenden, die sofortige Abstellung des Reaktors anordnen. Die Abstellung des Reaktors ist also nicht die letzte Möglichkeit zur Lösung eines Problems, sondern eine gewöhnliche Sicherheitsmaßnahme. Zudem garantiert die „inhärente Sicherheit“, von der Sie schreiben, dass der Druckwasserreaktor nicht (wie der Reaktor von Tschernobyl) außer Kontrolle geraten kann, sondern der Reaktor wird vor allem deswegen abgestellt, damit die Reaktion kurz unterbrochen wird, also nicht nur deshalb, damit sich ihre Intensität nicht erhöht. Die augenblickliche Abstellung wird also gefordert, damit sich die bei der Reaktion entstehende Wärme auf ein Minimum reduziert, die zum Beispiel gerade beim Ausfall der Hauptzirkulationspumpen weiter aus dem Reaktor abzuführen ist.
Warum werden Störungen im AKW Temelín bagatellisiert?
Wir müssen eingestehen, dass die Form, in der die einzelnen Störungen bei der Inbetriebnahme des AKW Temelín in den österreichischen Medien dargestellt werden, die Erklärung der tatsächlichen Situation und ihrer Folgen wie eine Bagatellisierung aussehen lässt. Um diesen Eindruck zu beseitigen werden wir uns bemühen, über alle Störungen detaillierter zu berichten. Die österreichischen Medien könnten dazu beitragen, wenn sie keine "garantierten Informationen" z.B. von Greenpeace verwenden würden.
Wäre es möglich, auf dem Internet aktuellere (tägliche) Nachrichten über den Verlauf der Tests zu veröffentlichen?
Die Anzahl der Tests ist so hoch, und ihre Ergebnisse haben eine solche fachlich spezialisierte Form, dass die Autoren dieser Seite nicht in der Lage sind, die Ergebnisse der Tests für das Internet aufzubereiten, und dies auch in Zukunft nicht.
Wann wurde Temelín in Betrieb genommen?
Am10. Oktober 2000. Das Vorgehen bei der Inbetriebsetzung von Temelín finden Sie im Kapitel "Über diesen Server".
Temelín kann der erste Schritt zur Befreiung von der Abhängigkeit von der Einfuhr fossiler Brennstoffe sein. Setzt ČEZ nur auf die Atomenergie oder ist auch die Möglichkeit der Nutzung von Wasserenergie im Spiel? Ermöglicht der Start von Temelín die Abschaltung der Wärmekraftwerke in Nordböhmen? Haben Sie noch andere Atomkraftwerke?
ČEZ nutzt Energie aus Wärme-, Wasser-, Atom- und Windkraftwerken. Wir betreiben heute 1 Atom-, 10 Kohle- und 13 Wasserkraftwerke, 2 Heizkraftwerke, 2 Wind- und ein Sonnenkraftwerk. Die Kohlekraftwerke bilden zur Zeit etwa 65 Prozent der Leistung, und ihr Anteil wird sinken (jetzt etwa 6.400 MW). Die Stromenergie aus Wasserkraftwerken macht 17 Prozent (1.872 MW) der gesamten installierten Leistung aus. Die Mehrheit der Wasserkraftwerke (bis auf drei) liegt an der Moldau. Das erste Atomkraftwerk steht in Dukovany (Inbetriebnahme 1985) und bildet etwa 20 Prozent der installierten Leistung von ČEZ (4 Blöcke zu 440 MW, insgesamt also 1.720 MW), das AKW Temelín wird nach seiner Fertigstellung 2 Blöcke zu 981 MW (insgesamt 1.962 MW) haben, und nach der vollen Inbetriebnahme wird der Anteil der Atomenergie an der Produktion von ČEZ etwa 50 Prozent ausmachen. (Hier wird deutlich, dass die Atomenergie einen Teil der bislang aus der Verbrennung von fossilen Rohstoffen erzielten Energie ersetzen wird.) Generalauftragnehmer der Ausrüstung für Temelín ist Škoda Praha, Lieferant des Steuersystems die amerikanische Gesellschaft Westinghouse Electric Company. In der letzten Zeit verlaufen auch Tests von Windkraftwerken (Dlouhá louka u Oseka im Erzgebirge, 315kW, in Betrieb seit 1993, eine Farm von Windkraftwerken auf dem Mravenečník in Kouty nad Desnou im Altvatergebirge mit Leistungen 220, 315 und 630 kW, Inbetriebnahme 1998. Hier ist auch ein kleines Sonnenkraftwerk mit einer Leistung von 10 kW).
Regenbogenenergie ? Was ist das?
Regenbogenenergie ist eine Handelsmarke – die Bezeichnung eines Geschäftsprogramms, unter dem die Gesellschaft ČEZ den Kunden eine breite Skala von verschiedenen Lieferungen von Elektroenergie anbietet. Bis unlängst diente die Regenbogenenergie nur als Bezeichnung für die Lieferung an große Abnehmer, nach Eingliederung der regionalen Energiegesellschaften in die ČEZ-Gruppe wird unter dieser Marke auch Elektroenergie an Verbraucher wie Haushalte geliefert.
Was symbolisiert die Farbigkeit der Regenbogenenergie?
Die vier Farben der Regenbogenenergie symbolisieren vier charakteristische Eigenschaften: Die Regenbogenenergie ist preisgünstig, verlässlich, ökologisch und tschechisch.
ČEZ behauptet, dass im Rahmen des Angebots Regenbogenenergie „billige“ oder „preisgünstige“ Elektroenergie verkauft wird. Wie können Sie dies behaupten, wenn sich die Elektroenergie für Haushalte ab Januar 2004 wieder verteuerte?
Es ist darauf hinzuweisen, dass die Haushalte bislang zu den sogenannten geschützten Kunden gehören und der Preis für sie durch das Energieregulationsamt (ERÚ) reguliert wird. Dieses Amt legte eine Erhöhung der maximalen Endpreise für dieses Jahr fest, wobei es von einer Reihe von Teilfaktoren ausging, die diesen Preis beeinflussen. In den Preisen für Elektroenergie machten sich mehrere Hauptfaktoren bemerkbar: Erhöhung der Ausgaben für den Pflichtaufkauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen und aus Quellen mit einer kombinierten Erzeugung von Stromenergie und Wärme (diese Elektroenergie wird von den Erzeugern zu einem höheren Preis aufgekauft), Erhöhung der Kosten für sogenannte Systemdienstleistungen (hierbei handelt es sich um Stromenergie, die zur Stabilisierung des Elektronetzes genutzt wird) und auch höhere Kaufpreise für Stromenergie, die auf das Wachsen der Preise auf bedeutenden europäischen Märkten reagieren. Die Verbraucher in der Tschechischen Republik haben dabei immer noch den Vorteil aus der effektiven Energieerzeugung der einheimischen Erzeuger, dank derer die hiesigen Preise von Stromenergie für Haushalte immer noch tief unter dem Preisniveau von Westeuropa liegen. Während nämlich in Deutschland der Strompreis auf dem Großhandelsmarkt um mehr als 20 Prozent gewachsen ist, sind es in Tschechien lediglich ca. 5 Prozent. Gerade in dieser Hinsicht zeigt sich der Preisvorteil des Großhandelsangebots der Regenbogenenergie durch die Gesellschaft ČEZ.
Ist die Regenbogenenergie tatsächlich verlässlich?
In Kraftwerken hergestellte Elektroenergie kann auf keinerlei Weise gelagert werden. In jedem Augenblick müssen also genügend Kraftwerke in Betrieb sein, um den momentanen Verbrauch im Netz abzudecken wird. Die Verlässlichkeit der Stromlieferung hängt also von der des Lieferanten.
ČEZ erklärt, dass im Rahmen der Regenbogenenergie ökologische Stromenergie angeboten wird. Wie kann man das behaupten, wenn die Kraftwerke immer noch „rauchen“?
Im Rahmen des Programms Regenbogenenergie wird tatsächlich auch Umwelt schonende Stromenergie geliefert. An ihrer Erzeugung beteiligen sich die verschiedensten Typen von Kraftwerken, die aber immer die strengen ökologischen Parameter der Europäischen Union erfüllen. Fast ein Fünftel der Gesamtleistung der Anlagen der Gesellschaft ČEZ bilden Wasserkraftwerke, die die bedeutendste einheimische Quelle von ökologisch sauberer Stromenergie sind.
In den Jahren 1992 – 1998 führte ČEZ ein umfangreiches ökologisches Programm für die Kohlenkraftwerke durch. Im Ergebnis wurde eine Senkung des Ausstoßes von Kohlenmonoxid um 77 %, von Schwefeldioxid um 92 % und von Flugasche sogar um 95 % erreicht. Die Gesamtinvestitionen in das Programm erreichten 45 Milliarden Kronen, und das Ergebnis spürten alle Bewohner in der Umgebung der Wärmekraftwerke.
ČEZ widmet sich außerdem aktiv der Nutzung von erneuerbaren Energiequellen. Die Gesellschaft besitzt Wind- und Sonnenkraftwerke, und derzeit entwickelt sie ein Programm zur Verbrennung von Biomasse in Kohlenkraftwerken. Es wird erwartet, dass dieses Projekt im Jahre 2004 Einsparungen von mehr als 97.000 Tonnen Braunkohle, d.h. von nicht ersetzbarem fossilem Brennstoff, bringt.
Wie sollen wir das verstehen, dass die Regenbogenenergie ?tschechisch? ist? Elektroenergie ist doch Stromenergie und kann nicht nach Nationalität und Herkunftsland unterschieden werden...
Das physikalische Wesen des elektrischen Stroms ist tatsächlich nicht an das Land der Herkunft oder der Erzeugung gebunden. Trotzdem kann man jedoch davon sprechen, dass die von der Gesellschaft ČEZ gelieferte Elektroenergie tschechisch ist, da sie überwiegend aus tschechischen Quellen stammt, also aus tschechischer Kohle, tschechischen Flüssen oder tschechischer Biomasse. Sie wird nur auf tschechischem Gebiet erzeugt, und bei ihrer Erzeugung bedient sich ČEZ tschechischer Lieferanten. ČEZ gibt über seine Lieferanten mehr als 100.000 Angestellten eine Arbeitsmöglichkeit. Die Strategie von ČEZ möchte einen größtmöglichen Teil der Regenbogenenergie auf dem tschechischen Markt verkaufen, damit der Nutzen aus der effektiven und preisgünstigen Elektroenergie von ČEZ vor allem tschechischen Verbrauchern, Haushalten und Betrieben zugute kommt.
Bislang dachte ich, dass die Regenbogenenergie eine Tochtergesellschaft der Gesellschaft ČEZ ist ...
Regenbogenenergie ist eine Handelsmarke, die die von der Gesellschaft ČEZ gelieferte Ware – Stromenergie - bezeichnet. Es handelt sich also nicht um eine Tochtergesellschaft. Diese Handelsmarke und auch das Angebot verschiedener Lieferungen von Strom unter der Bezeichnung Regenbogenenergie führte die Gesellschaft ČEZ bereits Ende Sommer 2001 erfolgreich auf dem Markt ein.
Ist Regenbogenenergie ein selbständiges Produkt, also eine Art Lieferung von Stromenergie, die direkt gekauft werden kann?
Regenbogenenergie bezeichnet nicht ein einzelnes Produkt, sondern ein breites Angebot von verschiedenen Lieferungen von Stromenergie. Unter der Marke Regenbogenenergie wird jetzt auch den Haushalten in einigen Regionen der Tschechischen Republik eine Reihe von einzelnen Preissätzen für die Abnahme von Elektroenergie angeboten. Jeder dieser Preissätze ist ein eigenständiges „Produkt“.
Kann sich mein Haushalt ein Produkt aus dem Angebot Regenbogenenergie auswählen und kaufen?
Das Angebot Regenbogenenergie wurde den Haushalten bereits zugänglich gemacht, die Elektroenergie von den in die ČEZ-Gruppe integrierten regionalen Energiegesellschaften abnehmen. Das sind die Firmen Westböhmische Energiewerke, Mittelböhmische Energiewerke, Nordböhmische Energiewerke, Ostböhmische Energiewerke und Nordmährische Energiewerke. Eine Übersicht der angebotenen Preissätze (Produkte) der Regenbogenenergie für Haushalte lässt sich zum Beispiel auf der Internetseite duhovaenergie.cz gemeinsam mit ihrer Beschreibung und Nutzungsbeispielen finden.
Bringt die Abnahme der Regenbogenenergie den Haushalten Vorteile?
Ja. Bereits im Oktober 2003 erhielten die Haushalte im Rahmen des Angebots Regenbogenenergie interessante Vorteile: bei den Preissätzen, die einen sogenannten niedrigen Tarif enthalten (vergünstigter Energiepreis, der zum Beispiel für die Heizung oder die Wassererhitzung verwendet wird), wurde die Gültigkeit des niedrigen Tarifs um bis zu vier Stunden täglich verlängert. Diese Vergünstigung wird auch in diesem Jahr fortgesetzt und wird für die gesamte Winterzeit gültig sein, d.h. bis Ende März 2004.
Warum führte eigentlich ČEZ die Regenbogenenergie ein?
Das Geschäftsprogramm mit der Bezeichnung Regenbogenenergie führte die Gesellschaft ČEZ bereits im Jahre 2001 auf dem tschechischen Markt ein, um auf wirksame Weise die derzeitigen und neue Kunden anzusprechen und zu gewinnen. Es geht ihr selbstverständlich darum, auf dem tschechischen Markt ihre stabile, starke Position zu behalten und weiter zu stärken. ČEZ stellte der Öffentlichkeit mit der Regenbogenenergie Stromenergie als eine Ware, einen Handelsartikel vor, den sich die Verbraucher auf der Grundlage seines Preises, seiner Qualität und weiterer Eigenschaften auswählen. Mit der Einführung der Marke Regenbogenenergie begann die Gesellschaft ČEZ rechtzeitig mit der Vorbereitung auf die Bedingungen eines liberalisierten Marktes mit Stromenergie, auf dem sich die Abnehmer den Energielieferanten nach eigenem Ermessen auswählen. Um erfolgreich zu sein, ist also eine starke, bekannte Marke aufzubauen.
Warum wird von Regenbogenenergie und nicht von Regenbogenstromenergie gesprochen?
Jede gute Produktmarke muss eine gewisse emotionale Ladung besitzen, um auf den Verbraucher zu wirken und damit mit ihr auf verschiedene Weise gearbeitet werden kann – sei es durch graphische Verarbeitung, in einer Werbekampagne usw. Es ist offensichtlich, dass das Wort „Energie“ in dieser Hinsicht bessere Möglichkeiten als das Wort „Stromenergie bietet“.
Mir ist aufgefallen, dass die Eishockeyhalle in Pardubitz (Pardubice) den Namen Regenbogenarena trägt. Besteht ein Zusammenhang mit der Regenbogenenergie?
Ja, die Bezeichnung der Regenbogenarena ist tatsächlich von der Regenbogenenergie der ČEZ-Gruppe abgeleitet. Eine der gemeinnützigen Aktivitäten der ČEZ-Gruppe ist die Unterstützung des Sports – man könnte sagen, dass die Regenbogenenergie den tschechischen Sportlern „Energie“ liefert. ČEZ wurde im Jahre 2002 offizieller Partner der tschechischen Eishockeynationalmannschaft. Die Mehrheit der Finanzmittel aus dieser Partnerschaft gehen in die gesamte Republik zur Unterstützung des Nachwuchseishockeys. Dank dieser Unterstützung wuchsen weitere Spitzenspieler heran, die uns vielleicht in ein paar Jahren auf den Olympischen Spielen vertreten werden.
Unterstützt Regenbogenenergie noch weitere gemeinnützige Aktivitäten?
Die Gesellschaft ČEZ ist sich ihrer weiteren gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, und die Unterstützung von gemeinnützigen Aktivitäten ist daher für sie eine Priorität. Im Jahre 2002 gründete sie eine Stiftung Regenbogenenergie, deren Aufgabe insbesondere die Unterstützung von Projekten für Kinder und Jugendliche, aber auch des Schul- und des Gesundheitswesens ist. Eine der aktuellen Aktivitäten der Stiftung ist zum Beispiel das Projekt „Regenbogenspielplatz“, dessen Ziel der Bau von Spielplätzen und Sportplätzen in verschiedenen Regionen der Tschechischen Republik ist.
Wie werden sich die Haushalte einen Lieferanten von Stromenergie auswählen können, wenn in das Haus nur ein Elektrokabel führt und dieser der regionalen Energiegesellschaft gehört?
Ähnlich wie bei Telekommunikationsdienstleistungen, wo die neuen Anbieter bereits die existierenden Telefonverbindungen nutzen, wird in die Haushalte auch wie bisher nur eine elektrische Leitung führen. Der Haushalt wählt die Elektroenergie aus dem Angebot eines beliebigen Lieferanten, von dem er kaufen möchte, und der örtliche Distributor (die regional zuständige Energiegesellschaft) befördert die bestellte Stromenergie über die Elektroleitung bis nach Hause.
Von wem werden die einzelnen Haushalte die Stromenergie kaufen können, wenn ihnen das Gesetz dieses ermöglicht?
Die Haushalte werden aus einer breiten Skala von Lieferanten auswählen können. Schon jetzt sind auf unserem Gebiet viele Händler mit Elektroenergie tätig, und es kann erwartet werden, dass ihre Anzahl durch die fortschreitende Liberalisierung noch weiter wachsen wird.
Erhalten das Recht der Wahl des Stromlieferanten auch die einzelnen Haushalte? Oder bezieht sich das Recht der Wahl oder der Änderung des Lieferanten nur auf ein Plattenhaus oder ein Mietshaus als Ganzes?
Das Recht der freien Wahl des Lieferanten von Elektroenergie erhält jeder Haushalt, der eigenen Zähler besitzt.
Wie hoch sind die Dividenden für das Jahr 2002?
Die Hauptversammlung der Aktionäre von ČEZ, a. s. billigte am 17. Juni 2003 die Auszahlung einer Dividende von 4,5 Kč pro Aktie (brutto).
Auf welche Form wird die Dividende den Aktionären ausgezahlt?
Aktionären, die physische Personen sind und ihren ständigen Wohnsitz in der Tschechischen Republik haben, oder ihren Vertretern wird die Dividende in einer beliebigen Zweigstelle der Tschechischen Sparkasse AG (Česká spořitelna, a. s.) in der Tschechischen Republik ausgezahlt oder auf der Grundlage eines an die Tschechische Sparkasse AG gerichteten schriftlichen Antrags auf ihr bei einer Bank in der Tschechischen Republik geführtes Konto überwiesen. Einem Vertreter des Aktionärs wird die Dividende auf Vorlage seines Identitätsnachweises und der vom Aktionär unterzeichneten Vollmacht ausgezahlt. Die Unterschrift des Aktionärs auf solch einer Vollmacht oder auf dem Antrag des Aktionärs auf bargeldfreie Überweisung der Dividende muss nur im Fall amtlich beglaubigt sein, dass die Gesamthöhe der auszuzahlenden Dividende dieses Aktionärs einen Betrag von 500 Kč überschreitet.
Wann werden die Dividenden für das Jahr 2002 ausgezahlt?
Die Dividenden werden ab dem 1. August 2003 ausgezahlt, wobei die Auszahlung von Dividenden auf ein Konto bei einem Geldinstitut unverzüglich erfolgt, nachdem die Tschechische Sparkasse AG den Antrag des Aktionärs erhält.
Welcher Tag ist für die Teilnahme an der Hauptversammlung vom 17. Juni 2003und für die Auszahlung der Dividenden für das Jahr 2002 entscheidend?
Das Recht zur Teilnahme an der Hauptversammlung hat nach Artikel 16 des Statuts der Aktiengesellschaft ČEZ eine Person, die als Aktionär oder als Verwalter in der vom Gesetz festgelegten Erfassung der Wertpapiere im Zentrum für Wertpapiere zum entscheidenden Tag verzeichnet ist. Entscheidender Tag für die Teilnahme an der Hauptversammlung liegt sechs Kalendertage vor dem Beginn der Hauptversammlung.
Das Recht auf die Dividende hat nach Artikel 9 des Statuts ein Aktionär, der als Eigentümer der Aktie oder der Aktien in der gesetzlichen Erfassung der Wertpapiere im Zentrum für Wertpapiere zum Tag der Hauptversammlung, die über die Auszahlung der Dividende entschied, angeführt ist. Der Tag der Hauptversammlung ist der entscheidende Tag für die Auszahlung der Dividende.
Im Falle der Gesellschaft ČEZ, a. s. handelt es sich um das Datum 11. Juni 2003 als entscheidenden Tag für die Teilnahme an der Hauptversammlung und um das Datum 17. Juni 2003 als entscheidenden Tag für die Auszahlung der Dividende für das Jahr 2002. ČEZ, a. s. beantragte die Einstellung der Registrierung der Ausübung des Rechts des Umgangs mit den Wertpapieren von ČEZ, a. s. (PPN) in der Zeit vom 11. Juni bis zum 17. Juni 2003. Erläuterung: ein Aktionär, der zum 11. Juni 2003 im Zentrum für Wertpapiere erfasst war, hat ein Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung und gleichzeitig auch auf die Dividende, denn in der Zeit vom 11. bis zum 17. Juni 2003 wurden Aktien und Rechte an ihnen nicht überführt. Während dieser Zeit wird jedoch weiter gehandelt.
Ist der Kapitaleintritt der Gesellschaft ČEZ, a. s. in die regionalen Verteilungsgesellschaften im Einklang mit der gültigen Gesetzgebung der Europäischen Union?
Die Tschechische Republik ist aus der Sicht des Energiewirtschaftssektors der Europäischen Union deutlich im Vorsprung und gehört zu den liberalsten Ländern Europas und auch der Welt. Das Übertragungsnetz (ČEPS, a. s.) ist nicht nur in der Buchführung und der Leitung vom Erzeuger der Stromenergie getrennt, sondern ist auch juristisch ein vollkommen eigenständiges Subjekt. Durch die Trennung des Eigentums vom Übertragungsnetz und von der Energieerzeugung kommen wir so in der Liberalisierung des Marktes an die Spitze Europas.
Die regionalen Verteilungsgesellschaften sind selbständige juristische Subjekte und bleiben auch in der Buchführung und der Leitung vom Erzeuger der Elektroenergie getrennt, nachdem in fünf von ihnen die Gesellschaft ČEZ, a. s. einen Mehrheitsanteil erworben hat.
Durch die Verbindung der ČEZ, a. s. mit den Verteilungsgesellschaften kehrt die tschechische Stromenergiewirtschaft unter die entwickelten westeuropäischen Staaten zurück. Die neue Stellung, die ČEZ, a. s. mit der Vermögensverflechtung mit den Verteilungsgesellschaften errang, steht ganz im Einklang mit den Prinzipien des liberalisierten Markts mit Stromenergie im Rahmen der Europäischen Union. Die entstandene Struktur entspricht den gültigen Normen der EU.
Auf Ihren Seiten belegen Sie Ihre Behauptungen mit vielen Analysen, die jedoch nicht direkt benannt werden. Mich würde interessieren, was für Analysen 1) bei der Bewertung des seismologischen Risikos 2) bei der Bewertung der Möglichkeiten von Überschwemmungen 3) bei der Bewertung des Risikos der Explosion einer Gasleitung 4) bei der Bewertung der Folgen einer im Projekt nicht berücksichtigten Havarie verwandt wurden.
Der Grund, warum diese Analysen nicht benannt werden, besteht darin, dass allein für die genannten Bereiche einige hundert von ihnen existieren. Für die Bereiche 1 bis 3 sind die zusammengefassten Ergebnisse und die Schlussfolgerungen aus diesen Analysen in den entsprechenden Kapiteln des Sicherheitsberichts vor der Betriebaufnahme für das AKW Temelín enthalten, was eine von der Gesetzgebung geforderte Sicherheitsdokumentation zum Nachweis der Sicherheit des Projekts und zur Erteilung der Lizenz zum Betrieb der Atomanlage durch das Aufsichtsorgan für die Atomsicherheit ist. Nur zur Illustration des Umfangs des ersten Bereichs – für die Analyse des seismologischen Risikos waren die folgenden Typen von Analysen notwendig: im Bereich der Analysen der makroseismischen Daten, Analysen von verschiedenen makroseismischen Katalogen und Festlegung der Grundkataloge für Erdbeben für das AKW Temelín, Expertenmodelle der Quellenzonen auf dem Gebiet des AKW Temelín, komplexe Auswertung der geologischen, tektonischen, geophysikalischen, seismischen und geodätischen Forschungen, Beobachtung der makroseismischen Daten mit Messgeräten, Berechnung der Beschleunigung der seismischen Schwingungen am Ort für historische Erdbeben, das gleiche für maximale mögliche Erdbeben vorort, Bestimmung der Widerhallspektren des Untergrunds am Ort und der einzelnen Etagen der Bauobjekte der Atomanlage, Bestimmung der Wahrscheinlichkeitskurven des Risikos von einem seismischen Ereignis in Abhängigkeit von seiner Intensität, Wahrscheinlichkeitsanalyse und Quantifizierung des Risikos der Beschädigung der aktiven Zone des Reaktors usw. Eine ähnliche Situation besteht auch in den Bereichen 2, 3 und 4, wobei der Bereich 4 – Auswertung der Folgen eines im Projekt nicht berücksichtigten Ereignisses vom Gesetz nicht gefordert wird. Die einzelnen ausgewählten Kapitel des Sicherheitsberichts des AKW Temelín stehen der Öffentlichkeit im Informationszentrum des AKW Temelín zur Verfügung.
Wie hoch sind die Kühltürme von Temelín?
150 Meter
Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass die in das AKW Dukovany eingebrachten Investitionen innerhalb von 11 Jahren zurückkehrten (selbstverständlich in den damaligen Preisen für Elektroenergie). Nach wievielen Jahren kehren die in das AKW Temelín eingebrachten Finanzen zurück?
Der Bau von Kraftwerken birgt immer ein gewisses unternehmerisches Risiko in sich. Der Investor wägt immer die Preisentwicklung bei Stromenergie in der Zukunft und die Entwicklung der zukünftigen Kosten ab. Das Atomkraftwerk Temelín hat die teuerste Phase (den Bau) bereits hinter sich, und vor ihr steht ein verhältnismäßig billiger Betrieb. Mit Hinsicht auf die steigenden Preise von Erdöl, Erdölprodukten und Gas und den hohen Preisen von Elektroenergie aus alternativen Quellen (auch Biomasse wird mit Hilfe von Motoren, die Erdölprodukte verbrennen, geerntet und eingefahren) kann die „Bezahlung“ von Temelín im Einklang mit der Ökonomie des von Ihnen angeführten Kraftwerks innerhalb von 20 Jahren des Betriebs erwartet werden. Es ist jedoch anzumerken, dass es sich um eine Schätzung handelt.
Wenn in Temelín alles so vorbildlich und offensichtlich auch 100% sicher ist, wie Sie auf Ihrer Internetseite behaupten, warum wurde den österreichischen Parlamentariern und Atomspezialisten der Zutritt zu den wichtigen Teilen der Anlage verweigert und wieso konnten trotzdem Sicherheitsmängel festgestellt werden, wie darüber der Fernsehsender ORF informierte?
Der österreichischen Parlaments- und Expertendelegation wurden Termine angeboten, in denen jeder Ort des Kraftwerks besucht werden konnte, und die Delegation wurde mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass in Temelín die Betriebsvorbereitungen des 1. Blocks verlaufen und dass im verlaufenden Prozess des Anfahrens einige Teile des Kraftwerks nicht zu besuchen sein werden. Das betrifft auch den Eintritt in das abgedichtete Containment des Reaktors, in dem die Anlage unter einem Druck von 13Mpa (130 atm) und einer Temperatur von 280-290ºC steht. Nach Berücksichtigung der wiederholten Forderung der österreichischen Delegation und aller Umstände und der Bedeutung des Besuchs erlaubten die Behörden den Eintritt in die geforderten Räume den österreichischen Mitgliedern der Delegation, die darauf bestanden und bereit waren, das erwähnte Risiko (Druck und Temperatur) auf sich zu nehmen. Das Containment und die Räume um den Reaktor besuchten zwei österreichische Abgeordnete mit Begleitung.
Aus dem Atomreaktor werden beim Betrieb ständig radioaktive Gase abgelassen (siehe Ergebnisse der ökologischen Analysen). Um welche Stoffe handelt es sich und kann die Kontaminierung von Lebensmitteln wie in der Umgebung des Atomkraftwerks in Krümmel Leukämie hervorrufen?
Ich kenne die Situation betreffend die deutschen Atomkraftwerke nicht, aber ich kenne die Situation betreffend das tschechische Atomkraftwerk Dukovany, das bereits 15 Jahre 4 Atomreaktoren VVER440/213 betreibt. Durch Expertenstudien zum Gesundheitszustand der Bevölkerung in der Umgebung des Kraftwerks wurde festgestellt, dass keine statistisch nachweisbare Erhöhung des Auftretens irgendeiner Form von Krebs vorkommt, folglich auch nicht Leukämie. Sie haben damit recht, dass bei der Reinigung des Wassers des Primärkreises (keinesfalls aus dem Reaktor) eine kleine Menge von Radionukliden freigesetzt wird. Diese werden in Luftfiltern zurückgehalten und sicher als radioaktiver Abfall gelagert. Im Ergebnis gelangen bis zu 100x weniger radioaktive Stoffe in die Atmosphäre als bei der „Schornsteinreinigung“ in Kraftwerken auf der Basis von fossilen Brennstoffen und als bei den modernsten Autos mit Katalysator (nach Umrechnung auf die entsprechende Leistung). Alle natürlichen Stoffe enthalten nämlich eine natürliche Radioaktivität, die ein unverzichtbarer Bestandteil der Umwelt ist und auf der Erde immer existierte. Bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen kommt es zu einer hohen Konzentration und Freisetzung in die Umwelt. Die Lebensmittelkette und die Atmosphäre um das Kraftwerk sind unter ständiger Überwachung der Tschechischen Radiationskontrolle. Bislang haben wir im Zusammenhang mit dem Betrieb von Dukovany keine anormalen Daten festgestellt. Ein ähnliches Verfahren wird auch im Zusammenhang mit dem Betrieb des Atomkraftwerks Temelín angewandt. Bemerkung: Die Parameter der Radiation misst in der Umgebung des Atomkraftwerks Dukovany parallel bereits einige Jahre auch die österreichische Organisation GLOBAL 2000.
Ich wohne in Linz, also nicht mal 100 km vom AKW Temelín. Wenn es im AKW Temelín zu einer Havarie wie in Tschernobyl kommen sollte, wann erfahre ich davon? Wird dies rechtzeitig sein, damit ich mich in Sicherheit bringen kann?
Zu einer Havarie eines solchen Typs und Umfangs wie in Tschernobyl kann es im AKW Temelín niemals kommen. Es handelt sich um einen konstruktiv anderen Reaktortyp, der für seinen Betrieb andere physikalische Prinzipien benutzt. Lesen Sie bitte das Kapitel „Sicherheit im AKW Temelín“ auf diesem Server und seine Rubrik „Vergleich des AKW Temelín und des Kraftwerks von Tschernobyl“. Zu welchen Störungen oder Havarien es im AKW Temelín kommen kann, lesen Sie im gleichen Kapitel in der Rubrik „Havariebereitschaft des AKW Temelín“. In diesem Kapitel finden Sie ebenfalls Informationen, dass es unter keinen Umständen nötig werden wird, die Bevölkerung aus einem größeren Gebiet als bis zu einer Entfernung von drei Kilometern von den Reaktoren von Temelín zu evakuieren. Die Havariepläne rechnen jedoch mit einer präventiven Evakuierung der Bevölkerung in einer Entfernung von bis zu fünf Kilometern vom Kraftwerk und in Windrichtung von bis zu zehn Kilometern vom Kraftwerk. In größerer Entfernung ist die Bevölkerung nicht bedroht. Mit anderen Worten wird es nie nötig werden, die Bevölkerung aus Linz oder aus einem anderen Teil von Österreich zu evakuieren. Übrigens sind die Tschechische Republik und Österreich Mitglieder der europäischen Verträge über die rechtzeitige Warnung (Early warning), auf deren Grundlage die Internationale Atomagentur sofort über eine Havarie im AKW Temelín informiert werden würde, genauso wie über eine Havarie in jedem anderen Atomkraftwerk zum Beispiel in Deutschland, Frankreich oder der Schweiz. Die Information der Bevölkerung wäre in diesem Fall in der Kompetenz der österreichischen Behörden.
Wenn ich diese Seiten richtig gelesen habe, so wird der ausgebrannte Brennstoff in Dukovany gelagert. Wie wird der Brennstoff von Temelín nach Dukovany transportiert?
Die verbrauchten Brennstoffe werden nicht transportiert, in Temelín wird rechtzeitig ein eigenes Zwischenlager für ausgebrannte Atombrennstoffe gebaut.
Die Kühltürme sind (wie auf den Bildern aus Temelín zu sehen) eine Anlage, die Energie vergeudet, und seit der Ölkrise von 1973 sind sie nirgendwo aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen zu vertreten. Warum wird die Abfallwärme nicht für Zwecke der Industrie, für Beheizung oder Wassererhitzung verwandt? Sollte das AKW Temelín aus Gründen der rationalen Nutzung der Energie nicht im „Energiezentrum“ Prag stehen?
Aus dem Sekundärkreis des AKW Temelín (konkret aus der Turbine) wird Dampf zur Fernbeheizung der Stadt Týn nad Vltavou entnommen, die 5 km vom Kraftwerk entfernt ist und wo etwa 8 600 Einwohner leben. Die Wärme, die über die Kühltürme in die Atmosphäre entweicht, ist nicht mehr nutzbar, da sie ein zu niedriges Potential* hat. Durch das in den Kühltürmen gekühlte Wasser werden die Kondensatoren gekühlt, eine Anlage des Sekundärkreises des AKW Temelín. In den Kondensatoren kondensiert Dampf, der durch die Turbine ging, zurück in Wasser. Diese Anlage befindet sich in jedem Wärmekraftwerk, egal ob auf der Basis des Atoms oder nicht (z.B. Kohlekraftwerke), ebenso die Kühltürme. Wärmekraftwerke könnten ohne diese nicht arbeiten. Eine Ausnahme sind Wärmekraftwerke, die am Meer stehen, wo das Wasser aus dem Kühlkreis im Meer gekühlt wird. Ein großer Teil von Prag wird ebenfalls mit Fernwärme versorgt, die (wie im Fall des AKW Temelín) als Dampf aus der Turbine des Kraftwerks Mělník entnommen wird, das Kohle verbrennt.
* Erklärung des Begriffs niedriges Potential: Der Dampf, der aus der Turbine in den Kondensator kommt, hat einen zu niedrigen Druck und eine zu niedrige Temperatur, um effektiv für Beheizung oder Industriezwecke genutzt werden zu können.
Warum traten unlängst die Komplikationen beim Anfahren auf?
Der Ausfall der Pumpen und die schnelle automatische Abstellung des Reaktors sind keine Komplikationen, sondern erwartete Ereignisse, die beim Start jedes Atomkraftwerks auftreten. Der langfristige Prozess des Starts des Kraftwerks erfolgt gerade aus dem Grund, damit sich verdeckte Fehler zeigen und beseitigt werden können. Die schnelle Abstellung des Reaktors begleitet diese Prüfungen auch bei ausländischen Atomkraftwerken. Es ist ein Fall bekannt, in dem der Reaktor auf diese Weise vierhundertmal abgestellt wurde.
Stellen wir uns einen totalen Stromausfall vor. Das Kraftwerk wird nur mit Dieselgeneratoren versorgt. Wie lange würden die Vorräte an Diesel im schlimmsten Falle reichen?
Einfach gesagt: für zwei Blöcke des AKW Temelín stehen insgesamt 8 Dieselgeneratoren bereit. Für die sichere Abschaltung und Kühlung eines Blockes reichen zwei. Jeder von ihnen hat seinen inneren und äußeren Tank. Alle Dieselgeneratoren sind an einen zentralen Tank angeschlossen. Der innere Tank mit einem Inhalt von12 m3Treibstoff reicht für 7 Betriebsstunden, der äußere mit einem Inhalt von 100 m3 für 58 Stunden und der Zentraltank mit einem Inhalt von 4000 m3 für 1160 Stunden (also für den Fall, dass er nur zwei laufenden Dieselgeneratoren beansprucht wird). Es ist also klar, dass sowohl die Menge als auch die Kapazität der Dieselgeneratoren nicht nur für jeden Fall ausreichend, sondern zwei- bis dreimal überdimensioniert ist.
Zu den Störungen der letzten Tage: an einem Tag traten Probleme mit den Regulierungsstäben auf, an einem anderen wiederum mit den Hauptzirkulationspumpen. Was würde passieren, wenn beide Störungen gleichzeitig bei vollem Betrieb auftreten würden?
Bei vollem Betrieb würde im Falle eines Ausfalls der Hauptzirkulationspumpen die Spaltungsreaktion sofort durch Einführung der Regulationsstäbe in den Reaktor eingestellt. Das Kühlwasser im Primärkreis würde noch eine gewisse Zeit durch die Trägheitsbewegung der Hauptzirkulationspumpen angetrieben werden (gerade für diesen Fall sind Schwungscheiben angebracht), dann würde es auf der Grundlage der natürlichen Strömung von warmem und kaltem Wasser zirkulieren. Auf diese Weise würde der Reaktor sicher abgestellt und gekühlt werden. Eine Störung an einem der Regulationsstäbe würde diesen Prozess nicht beeinflussen, weil es 61 Stäbe gibt. Hinzu kommt, dass die Störung, von der Sie sprechen, nicht bei der Einführung des Stabs in den Reaktor auftrat, sondern beim Herausziehen – er konnte nicht herausgezogen werden, in der elektronischen Anlage des Antriebs des Stabs war ein Fehler. Wesentlich ist, dass kein Fehler das Einführen der Regulationsstäbe in den Reaktor verhindern kann, denn die Stäbe werden aktiv in der herausgezogenen Lage gehalten, und im Augenblick, in dem es zum Beispiel zu einem totalen Ausfall der Stromversorgung kommt, hört das aktive Halten der Stäbe auf zu funktionieren, und die Stäbe fallen durch ihr Eigengewicht in den Reaktor und halten ihn an. Allgemein kann man sagen, dass in jedem Atomkraftwerk Zehntausende von Anlagen sind, von denen eine ganze Reihe zweifach, dreifach oder mehrfach vertreten sind. Diese mehrfache Reserve und gleichzeitige Unabhängigkeit der Systeme und ihre Verbindung bildet die Grundlage der Sicherheit des Kraftwerks als Ganzes. Jede einzelne Anlage des Kraftwerks hat seine Zuverlässigkeit und kann versagen (zum Beispiel das erstklassige deutsche Ventil im Verlauf des Starts), das Kraftwerk als Ganzes kann von diesem einzelnen Versagen jedoch nicht bedroht werden. Atomkraftwerke nicht nur in der Tschechischen Republik, sondern auch in Deutschland, Japan und sonstwo sind sogar auch auf kompliziertes als einfaches Versagen der Anlage so konstruiert, dass dieser gefährliche Zustand sicher bewältigt werden kann.
Auf den Seiten Temelin-Besuch schreiben Sie von einem Evakuationsradius von3 km bei einer Havarie des Kraftwerks. Kann es nicht passieren, dass beim Schmelzen der aktiven Zone des Reaktors (ohne Rücksicht darauf, ob es überhaupt und ggf. wie es dazu kommen könnte) die Evakuierung eines bedeutend größeren Bereichs nötig werden wird?
Nein, es würde genau das Gebiet evakuiert werden, das in unserem Kapitel über die Vorbereitung auf eine Havarie im AKW Temelín beschrieben ist, und dies aus dem Grunde, dass bei einer im Projekt nicht berücksichtigten Havarie, die auf dieser Seite beschrieben ist und die für die Bestimmung des Umfangs der Evakuierung diente (Bruch der Hauptzirkulationsleitung und gleichzeitig totaler Stromausfall für die Sicherheits- und Havariesysteme), die aktive Zone des Reaktors mit großer Wahrscheinlichkeit schmelzen würde. Daher ist der Einfluss dieses Schmelzens in den Berechnungen enthalten. Bemerkung: es handelt sich hierbei nicht um „irgendeine Havarie“, sondern um eine Havarie, deren Wahrscheinlichkeit aus der Sicht der Betriebsdauer des Kraftwerks oder der Länge eines Menschenlebens so klein ist, dass sie nur rein theoretisch eintreten kann.
Welche Folgen hätte eine schlimmstmögliche Havarie (z.B. Bombentreffer im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung)?
Die Frage und die Antwort über die Folgen von Havarien im Kraftwerk finden Sie im Kapitel „Sicherheit im AKW Temelín“ im Teil über die Havariebereitschaft des Kraftwerks. Vor äußeren Einflüssen und Angriffen schützen den Reaktor vor allem ein System des physischen Schutzes und ein Containment. Dieses schützt den Reaktor und den Primärkreis des Kraftwerks. Die Stahlbetonkonstruktion des Containments (Schutzhülle) mit1,2 mstarken Wänden wurde so projektiert und gebaut, dass sie zum Beispiel den Sturz eines 20 t-Flugzeuges mit einer Geschwindigkeit von720 km/h oder das stärkste Erdbeben, was in dieser Region maximal einmal in zehntausend Jahren auftreten kann, aushalten würde. Eine gezielte Bombardierung im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung würde das Containment sicher nicht aushalten. Dies ist jedoch kein Grund zur Besorgnis, denn es existiert kein realistisches Modell, wer gegen wen auf dem Gebiet Tschechiens kämpfen sollte, so dass eine der Kriegsführenden Seiten ein Atomkraftwerk bombardieren würde. Nach eben dieser Überlegung sind auch andere Atomkraftwerke in Europa nicht gegen Bombardierung geschützt. Der physische Schutz und die Verteidigung der Reaktoren von Temelín ist dagegen aber so konzipiert, dass das Kraftwerk einem terroristischen Angriff Stand hält. Fragen Sie nicht wie, das ist selbstverständlich geheim.
Wie ich gerade in einer Direktübertragung sah, ist in der Notblockwarte (Kamera 6) kein Personal anwesend (21:05). Warum nicht, existiert hier kein Nachtdienst?
Die Notblockwarte existiert für den Fall, dass der Reaktor nicht von der normalen Blockwarte gesteuert werden kann – also vor allem für den Fall einer Havarie. Beim normalen Betrieb muss hier kein Personal anwesend sein, und dies auch deswegen, dass keine Situation auftreten kann, in der es den Mitarbeitern des Kraftwerks nicht möglich wäre, in die Notblockwarte zu kommen oder umzuziehen.
In Ihrer Antwort behaupten Sie, dass radioaktive Abfälle nicht transportiert werden, ?hier klicken?. Ich habe also hier geklickt ? um zu erfahren, dass die Abfälle nach Dukovany transportiert werden. Meine Lieben, Ihr seid nicht gerade vertrauenswürdig. Wenn Sie die Antworten auf die anderen Fragen in diesem Licht betrachten, verstehen Sie vielleicht die Sorgen der österreichischen Bevölkerung.
Lesen Sie bitte die Frage Nr. 4 erneut. Nach Dukovany werden schwach und mittelstark radioaktive Abfälle transportiert, gebrauchter Atombrennstoff – um den es in der Frage geht – wird auf dem Gelände des AKW Temelín gelagert, wie wir im Kapitel über den Einfluss des AKW Temelín auf die Umwelt ausführen.
Nirgendwo fand ich eine Antwort auf die Frage, wohin die ausgebrannten Brennstäbe gebracht werden und wie sie transportiert werden, denn wie die Bezeichnung schon sagt, ein Zwischenlager ist kein Endlager.
Gebrauchte radioaktive Brennstoffe aus den Reaktoren des AKW Temelín werden etwa 10 Jahre in Bassins für gebrauchte Brennstoffe gelagert, die sich unweit der Reaktoren innerhalb der Schutzhülle (Containment) befinden. Danach werden sie in einem Zwischenlager auf dem Gelände des AKW Temelín gelagert. Dauernd sollten sie dann in einem Tiefenlager auf dem Gebiet der Tschechischen Republik gelagert werden. Dieses sollte um das Jahr 2050 in Betrieb genommen werden. Mit der Vorbereitung seines Baus befasst sich die staatliche Organisation SÚRAO.
Da die Frage der Verantwortung für Temelín immer noch nicht geklärt ist, würde ich gern wissen, ob Sie bereit sind, das österreichische Atomgesetz anzuerkennen, und ob Sie wissen, dass Entschädigungsansprüche in einer Höhe von 4 Billionen österreichische Schilling erhoben wurden und auf welche Weise Sie im Havariefall die österreichische Bevölkerung entschädigen wollen.
Die Tschechische Republik unterzeichnete die Wiener und Pariser Konvention über die Verantwortlichkeit für „Atomschäden“. Wir arbeiten also im selben Regime wie jedes andere Atomkraftwerk in der Europäischen Union oder in der Schweiz. Unsere beiden Atomkraftwerke - Dukovany und Temelín – sind beim Atompool der Versicherungsanstalten versichert. Dieser ist international gesichert. Außerdem gilt das Zivilgesetz über die Schadensverantwortung, und die Kraftwerkbetreiber haften zudem mit ihrem gesamten Vermögen. Das Atomkraftwerk Dukovany ist bereits seit 15 Jahren im Betrieb und gehört zu den am besten betriebenen Kraftwerken im Vergleich zu übrigen Kraftwerken der EU. Temelín ist ein um 15 Jahre moderneres Kraftwerk und erfüllt so alle Voraussetzungen dafür, noch besser betrieben zu werden. Der von Ihnen angeführte Betrag entspricht offensichtlich einer Berechnung, die von der Situation in der Umgebung von Tschernobyl ausgeht. Und dies ist gerade ein grundlegender Irrtum, denn Temelín ist mit Reaktoren ausgestattet, die sich vom Typ Tschernobyl physikalisch unterscheiden und die Havarie von Tschernobyl ist in Temelín prinzipiell unmöglich (siehe "Sicherheit des Kraftwerks"). Aus Ihrer Frage erkenne ich jedoch die Frage nach der weiteren Verantwortlichkeit. Ich muss Ihnen deshalb versichern, dass die Atomenergiewirtschaft allgemein von der Verantwortlichkeit gegenüber der Welt ausgeht. Als einzige Form ist sie bislang in der Lage, die Verbrennung von fossilen Brennstoffen ganz zu ersetzen, die zu globalen Klimaänderungen führt, die höchstwahrscheinlich enorme Schäden vor allem in der dritten Welt verursachen wird. Meine Verantwortung gegenüber diesen Menschen empfinde ich in dem Maße, dass ich bereit bin, das minimierte Risiko des Betriebs der Atomenergiewirtschaft auf mich zu nehmen, um die Gefahr abzuwenden, die bei der Verbrennung aller Weltvorräte an Erdöl, Erdgas und Kohle droht. Petr Spilka
Welche Qualifikation haben die Mitarbeiter der Blockwarte und welche Erfahrungen haben sie mit der Steuerung des betriebenen Reaktors?
Die Mitarbeiter der Blockwarte sind Hochschulabsolventen. Ihr Leiter führte bereits den Betrieb der Atomreaktoren in Dukovany. Außerdem wurden alle an einem vollwertigen Trainer (Simulator) in Temelín überprüft, der identisch mit der Blockwarte des AKW Temelín ist. An diesem Trainer üben sie auch die Lösung außerordentlicher Ereignisse, denn im gewöhnlichen Betrieb treten diese praktisch nicht auf. Das gleiche gilt für den Betrieb des Atomkraftwerks Dukovany, das bereits seit 15 Jahren erfolgreich betrieben wird, wobei hier als Operator einer Turbine auch ein Mitarbeiter mit Mittelschulabschluss und langzeitiger Praxis in der Funktion eines Maschinisten für die Turbinen und die Anlagen des Sekundärkreises tätig sein kann.
Existiert die Möglichkeit einer Besichtigung dieses Atomkraftwerks, und dies vor allem von innen? Auch für Österreicher?
Ja, das ist möglich. Während des Betriebs des 1. Reaktors wird die Anlage des 2. Reaktors gezeigt, der sich noch im Bau befindet. Größere Besuche sind im voraus unter der Telefonnummer ++420 334 -782639, Fax ++420 334- 784900zu bestellen.
Weiter schreiben Sie von der Notabschaltung des Reaktors. Wie lange dauert eine solche Notabschaltung? Wie lange muss weiter gekühlt werden? Kann der Reaktor nach der Notabstellung ohne Bedienung, d.h. ohne Kühlung usw. belassen werden?
Für eine schnelle Abschaltung des Reaktors existieren Regeln und internationale Empfehlungen, die jedes Kraftwerk erfüllen muss. Diese Regeln gehen von den neutronenphysikalischen und den Wärmecharakteristiken der aktiven Zone des Reaktors aus. Das Einführen der Steuerstäbe („Cluster“) ist in Temelín eine Frage weniger Sekunden. Die weitere Kühlung des Reaktors betrifft die sogenannte Restleistung. Das bedeutet, dass nach den ersten –zig Sekunden nach Abstellung des Reaktors eine „erzwungene Kühlung“ notwendig ist. Diese wird durch den Trägheitsauslauf der vier Hauptzirkulationspumpen sichergestellt. Während ihres Auslaufens sinkt die in der aktiven Zone entwickelte Restwärme so weit, dass zu ihrer Ableitung die natürliche Zirkulation des Kühlstoffes zwischen der aktiven Zone und den Dampfgeneratoren ausreicht, über die die Ableitung der Wärme erfolgt. Im Grunde ist die Ableitung der Wärme auf passive Weise sichergestellt (Schwungscheibe, natürliche Zirkulation), und so kann der Reaktor nicht ungekühlt bleiben. Trotzdem wird der Reaktor nach einer Notabschaltung nie ohne Aufsicht gelassen.
Aus welchem Material sind die Steuerstäbe „die Cluster“
Zur Herstellung der Cluster werden verschiedene Materialien verwendet, die Neutronen absorbieren. Gerade durch die Senkung der Anzahl der sich in der aktiven Zone bewegenden Neutronen wird die Spaltreaktion verlangsamt, denn wenn die Neutronen absorbiert werden, können sie keine weiteren Uranatome spalten. In Temelín sind die Cluster aus einer Legierung von Indium, Kadmium, Silber und Tabletten aus Borkarbid.
Sie schreiben, dass durch die Verwendung von Atombrennstoff der Firma Westinghouse weniger Atomabfall entsteht. Weniger als was?
Weniger als dies der Fall wäre, wenn der von den russischen Projektanten im ursprünglichen Projekt vorgeschlagene Brennstoff verwendet worden wäre. Der Brennstoff wäre eine kürzere Zeit im Reaktor, wodurch seine Ausnutzung niedriger wäre und er öfter gewechselt werden müsste, so dass eine größere Menge von verbrauchtem Atombrennstoff entstehen würde.
Um wieviel Grad steigt die Wassertemperatur in der Moldau infolge der Einleitung des gebrauchten Wassers?
Um 0,25 Grad Celsius.
Wodurch wird die Kernreaktion im Reaktor gestartet? Was bringt also die ersten Neutronen, die die Kettenreaktion starten in die aktive Zone? (Ich gehe davon aus, dass lediglich ein Herausziehen der Steuerstäbe oder eine Änderung der Konzentration der Borsäure nicht ausreicht, also nur eine notwendige, keinesfalls jedoch hinreichende Bedingung ist).
In der Natur um uns herum existiert normale natürliche Radioaktivität, die notwendiger Bestandteil der Umwelt ist und auf der Erde schon immer existierte. Darum sind auch in jedem Reaktor noch vor seinem Anfahren freie Neutronen, die in der Lage sind, den Urankern zu spalten, und mit Hilfe dieser Neutronen ist es möglich, eine gelenkte Spaltreaktion zu starten. So war das vor 15 Jahren in einem anderen tschechischen Kraftwerk, in Dukovany, bei seinen 4 Reaktoren. Im AKW Temelín wurden zum Anlaufen der ersten gesteuerten Kettenreaktion außer den erwähnten „natürlichen“ Neutronen noch zusätzliche Neutronenquellen genutzt, die einen höheren Neutronenfluss im Reaktor und damit eine verlässlichere Messung dieser Größe und aller Signale der aktiven Zone dieses Reaktors erlauben. Die Antwort auf Ihre Frage geht also dahin, dass das Herausziehen der Stäbe und die Senkung der Konzentration ausreichen kann, im Fall von Temelín wird jedoch eine zusätzliche Quelle genutzt, die im voraus unter den Brennstoff installiert wird.
Ist der Dampf aus den Kühltürmen radioaktiv (auch minimal)?.
Alle natürlichen Materialien sind „natürlich radioaktiv“, die Radioaktivität gehört zur normalen Umwelt, so dass wir immer nach dem Niveau der Radioaktivität fragen müssen. Sie fragen offensichtlich nach einem erhöhten Niveau dieser Radioaktivität, z.B. eine, wie sie einige beliebte Mineralwasser haben. Die Kühltürme sind Teil des Kühlwasserkreises, der die überflüssige Wärme aus dem Sekundärkreis abführt. Da im Sekundärkreis kein radioaktives Wasser zirkuliert (in Berührung mit dem Atombrennstoff kommt nur das Wasser aus dem Primärkreis), wird die Radioaktivität des Dampfs, der die Kühltürme verlässt, nicht höher sein als das Niveau der Radioaktivität, die im Wasser der Moldau aus dem Böhmerwald in das Kraftwerk kommt.
Die Atomenergie wird allgemein als wirtschaftlich vorteilhafteste Form der Energiegewinnung bezeichnet. Die definitive Lagerung des verbrauchten Brennstoffs und die Liquidation des Kraftwerks stellen bislang ungelöste Probleme dar, wie aus Ihren Seiten hervorgeht. Auf welche Weise werden in dieser Kalkulation die Kosten für die viele Jahrtausende währende Lagerung des ausgebrannten Brennstoffs und der unbefristeten Konservierung des AKW berücksichtigt?
Die Kosten für eine zukünftige Liquidation des Atomkraftwerks und für die Lagerung des verwandten Atombrennstoffs sind im Preis der Elektroenergie aus den Atomkraftwerken Temelín und Dukovany enthalten. Ihre Berechnung erfolgte auf der Grundlage von ausländischen Erfahrungen und ökonomischen Modellen. Diese Finanzmittel werden auf besonderen Konten hinterlegt. Das Konto mit dem Geld für die Liquidation des Kraftwerks verwaltet ČEZ, das Konto mit dem Geld für die Lagerung des Atombrennstoffs wird vom Finanzministerium der Tschechischen Republik verwaltet. Die Lagerstätte für den Atombrennstoff fordert keine Instandhaltung und damit auch keine Finanzmittel für die gesamte Dauer ihres Bestehens. Es wird davon ausgegangen, dass sie kurz nach ihrer Füllung unumkehrbar geschlossen (zugeschüttet) wird. Da sie einige hundert Meter unter der Erdoberfläche gebaut werden sollte, wird sie keinen aktiven Schutz und keine Instandhaltung brauchen.
Bei einem langfristigen Ausfall der Stromversorgung der Havariesysteme (einschließlich eines unwahrscheinlichen Versagens aller Dieselgeneratoren) würde sich der Kühlstoff des Primärkreises durch die Restleistung des Reaktors innerhalb von wenigen Stunden überhitzen, die Brennelemente würden aufgedeckt und würden schmelzen. Ist es in diesem Fall möglich, dass sich die Spaltungsreaktion z.B. durch Anhäufung der kritischen Menge an zerschmolzenem Brennstoff auf dem Boden des Reaktorgefäßes erneuert? Nach der Antwort Nr.28 wurden die Berechnungen zum Schmelzen der aktiven Zone angestellt.
Wenn wir außer Acht lassen, dass die Wahrscheinlichkeit des Versagens aller Dieselgeneratoren sehr gering, fast vernachlässigbar ist, dass die Möglichkeit der Stromversorgung aus dem zweiten Block (nach dessen Inbetriebnahme) und weitere Möglichkeiten der Sicherstellung der Stromversorgung für die aus dem Gesichtspunkt der Sicherheit bedeutende Anlage eines Atomblocks auch nach dem Ausfall der Dieselgeneratoren bestehen, so lautet die Antwort wie folgt: Das ist nicht möglich. Die kritische Menge des Brennstoffes hängt nicht nur von seiner Masse ab, sondern vor allem von seiner Konfiguration, d.h. von seiner räumlichen Anordnung. In den Reaktoren des Typs VVER wird als Brennstoff mit dem Isotop 235 angereichertes Uran verwandt, der gespalten wird. Die Spaltung dieser Isotope erfolgt durch sogenannte langsame Neutronen. Beim eigentlichen Zerfall des Kerns des Isotops 235 entstehen jedoch schnelle Neutronen, die bei einer normalen kontrollierten Spaltreaktion durch einen Moderator, gewöhnlich Wasser, gebremst werden. Daher ist der Brennstoff im Reaktor in Form von dünnen Stäben angeordnet, zwischen denen Wasser fließt. Dieses dient gleichzeitig zur Abführung der Wärme aus dem Brennstoffstab (Kühlung) und zum Bremsen der Neutronen (als sogenannter Moderator). Noch vor dem Überhitzen und dem Zusammenbruch der aktiven Zone müsste es selbstverständlich zum Entweichen oder Verkochen des Wassers und auf der Grundlage dieser physikalischen Prinzipien selbstverständlich auch zur Einstellung der Spaltreaktion kommen. Im geschmolzenen Material der aktiven Zone kann es also nicht zu einer Erneuerung der Spaltreaktion kommen, denn es fehlt dann eine nötige Voraussetzung – der Moderator, der die schnellen Neutronen bremst, und damit fehlen auch die langsamen („Spalt-“) Neutronen. Die Berechnungen zum Schmelzen der aktiven Zone wurden angestellt, aber für den Zweck der Bestimmung einer weiteren über das Projekt hinausgehenden Entwicklung einer eventuellen Havarie und der Folgen für das Containment des AKW durch die Restwärme des Brennstoffes.
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Armaturen zum Ablassen des Wasserstoffs versagen, der sich unter dem Deckel des Reaktors im Falle seiner Überhitzung sammeln könnte?
Der Fragesteller denkt offensichtlich an die Armaturen des Systems YR, die jedoch nicht zum Ablassen des Wasserstoffs, sondern zur sogenannten Havarieentlüftung des Reaktorgefäßes dienen. Im Falle einer Störung der normalen Kühlung der aktiven Zone könnte unter dem Deckel des Reaktors eine Dampfblase entstehen, die eine erneute Zirkulation des Kühlstoffes verhindern oder den Wasserstand senken und den oberen Teil des Brennstoffsystems freilegen könnte. Zum Ablassen dieses Dampfs dient eben das angeführte System. Im Dampf wird sich selbstverständlich auch eine gewisse Menge von Wasserstoff befinden, der im Kühlstoff durch RA-Strahlung entsteht, aber seine Entzündung, Deflagration oder Explosion ist selbstverständlich ausgeschlossen, denn es steht nicht genug Sauerstoff zur Verfügung. Das System der Havarieentlüftung des Reaktors wird in einen Tank geführt, wo der Dampf kondensiert. Dieses System setzt sich aus zwei in Serie geschalteten parallel angeordneten dreifachen Elektroarmaturen zusammen. Die Wahrscheinlichkeit des Versagens der Havarieableitung wird vor allem von einer dominanten Störung mit gemeinsamer Ursache bestimmt, die bei diesen zwei dreifachen Armaturen etwa 1E-3 bis 1E-4 sein wird, was bedeutet, dass auf 1.000 bis 10.000 Anforderungen auf Öffnung wenigstens eines Ventils es durchschnittlich zu einem Versagen kommt. Wir müssen uns jedoch bewusst machen, dass die Voraussetzung für die Tätigkeit dieses Systems eine Havariesituation ist, bei der es zur Entstehung einer Dampfblase unter dem Deckel des Reaktors kommt. Dies geschieht auch mit einer gewissen Häufigkeit, wobei das Eintreten einer Havariesituation und das gleichzeitige Versagen aller Ventile zwei voneinander unabhängige Ereignisse sind. Die Wahrscheinlichkeit des Versagens der Ventile bei der Erfüllung ihrer Funktion bei einer Havariesituation wäre noch mindestens um zwei bis drei Ordnungen niedriger, d.h. irgendwo um 1E-5 bis 1E-6. Wesentlich ist ebenfalls, dass beim Versagen des Systems YR für das Senken des Drucks im gesamten Primärkreis ein weiteres System existiert, nämlich das System des Entlastungsventils und der Sicherheitsventil des Volumenkompensators YP.
Es fiel mir noch die Energiebilanz auf. Der Reaktor hat eine Wärmeleistung von 3000 MW. Für die elektrische Leistung wird jedoch ein Wert von nur 920 MW angegeben. Wäre es nicht möglich, diese verlorene Energie besser auszunutzen?
Ja, ein Teil dieser Energie (2080 MW) wird zur Beheizung der nahen Stadt genutzt, ein Teil dieser Energie könnte zum Beispiel zur Beheizung von Gewächshäusern mit Gemüse oder Blumen oder zur Fischzucht verwandt werden. Da jedoch die Einfuhr dieser Erzeugnisse billiger ist, ist dies ökonomisch nicht vorteilhaft. Ein Teil der entstandenen Wärme hat jedoch ein so niedriges Potential (Druck und Temperatur), dass die Wärme nicht nutzbar ist.
Die schlimmste berechnete Havarie ist nach den Internet-Seiten der Bruch des Primärkreises. Wie wird der Reaktor in solch einem Fall weiter gekühlt?
Das Wasser im Reaktor und im Primärkreis wird aus folgenden Quellen nachgefüllt: erstens aus den Hydroakkumulatoren, aus denen beim Sinken des Drucks im Reaktor (das signalisiert das Entweichen von Wasser aus dem Primärkreis) das Wasser ohne Hilfe von Pumpen in den Reaktor fließt; zweitens durch eine Hochdruckpumpe (Kapazität 160 m3 Wasser pro Stunde) und drittens durch eine Niedrigdruckpumpe (Kapazität 800 m3 Wasser pro Stunde). Bei einem schwächeren Absinken des Drucks im Primärkreis (wenig Wasser entweicht – kleiner Sprung in der Leitung) beginnen die Hydroakkumulatoren zu arbeiten, bei einem stärkeren Absinken die Hochdruckpumpen, und im Falle des von Ihnen genannten Bruchs der Hauptzirkulationsleitung würden alle diese Systeme gleichzeitig arbeiten. Sie haben eine ausreichende Kapazität, um in diesem Fall den Reaktor durch Kühlen vor Schmelzen der aktiven Zone zu schützen. Das Wasser ist in einem geschlossenen Kreis und kann somit niemals ausgehen. Sowohl die Hochdruck- als auch die Niedrigdruckpumpe hat eine zweifache Reserve, d.h. für die Bewältigung einer Havarie reicht eine von drei vorhandenen Pumpen
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