Kernkraftwerke

Im Jahre 2011 wurden in der Tschechischen Republik mehr als 87,5 TWh Stromenergie erzeugt, hiervon über 72 % (63 TWh) durch ČEZ, a. s. Die Atomenergie erzeugt über 40 % des Stromverbrauchs in der Tschechischen Republik.

Das Atomkraftwerk Dukovany hat vier 510 MW-Blöcke mit Druckwasserreaktoren des Typs VVER 440/213. Die einzelnen Blöcke wurden in den Jahren 1985 – 1987 in Betrieb genommen.

Das Atomkraftwerk Temelín hat zwei 1 000  MW-Blöcke mit Druckwasserreaktoren des Typs VVER 1000. Bezüglich der Leistung stehen die Atomkraftwerke an der Spitze der Kraftwerke der Tschechischen Republik.

Brennstoff unserer beider Atomkraftwerke ist Urandioxid UO2 mit Uran, das mit dem spaltbaren Isotop 235 leicht angereichert ist (auf 2-4 % der Gesamtmenge an Uran; im natürlichen Uran ist nur etwa 0,7 % des Isotops 235).

Das vom Parlament der Tschechischen Republik im Jahre 1997 angenommene Atomgesetz verpflichtet alle Erzeuger von Atomabfall, und damit auch die Gesellschaft ČEZ, a. s., alle Kosten in Verbindung mit dem Umgang mit den radioaktiven Abfällen von ihrer Entstehung über ihre Lagerung bis zur Sicherstellung der Lagerstätten zu tragen. Für eine sichere Lagerung aller radioaktiven Abfälle einschließlich des ausgebrannten Atombrennstoffes haftet der Staat, der für die Erfüllung der durch das Gesetz gegebenen Forderungen eine Verwaltung der Lagerstätten für radioaktiven Abfall (SÚRAO) gründete.

Die Tätigkeiten, die SÚRAO sicherstellt, werden mit dem Atomkonto finanziert. Auf das Atomkonto zahlen alle Verursacher von radioaktivem Abfall einen Beitrag, wobei ČEZ, a. s. einen Beitrag zahlt, der der erzeugten Energie aus den Atomkraftwerken entspricht. Dieser Betrag beläuft sich auf etwa 5 % des Übergabepreises der Stromenergie. Eine eigenständige Rechnungsreserve schafft ČEZ, a. s. für die Deckung der Kosten in Verbindung mit der Liquidation der Atomkraftwerke nach Beendigung ihres Betriebs.

Jedes Jahr produziert das Atomkraftwerk Dukovany knapp 44 Tonnen ausgebrannten Brennstoff. Beide Atomkraftwerke erzeugen während ihrer gesamten Betriebszeit insgesamt etwa 3 000 Tonnen ausgebrannten Brennstoff. Der Atombrennstoff, den das Kraftwerk Dukovany erzeugte, wurde ursprünglich in ein Zwischenlager auf dem Gelände des Atomkraftwerks Jaslovské Bohunice in der Slowakei transportiert, von wo es schrittweise auf der Grundlage eines zwischenstaatlichen Vertrags von der Sowjetunion abgenommen werden sollte. Die Russische Föderation als einer der Nachfolgerstaaten der Sowjetunion trat von dieser Verpflichtung zurück. Nach der Teilung der Tschechoslowakei befand sich der ausgebrannte Brennstoff von Dukovany auf dem Gebiet eines fremden Staats, weswegen die Tschechische Republik einem Rücktransport der Brennstäbe in ein eigenes Zwischenlager zustimmte, das auf dem Gelände des Atomkraftwerks Dukovany errichtet wurde. Das trockene Zwischenlager, das eine Kapazität von 600 Tonnen ausgebranntem Brennstoff hat, bilden 60 für den Transport und die Lagerung bestimmte Container des Typs Castor 440/84 des deutschen Lieferanten GNS Nukem.

Im Jahre 2005 wird die derzeitige Kapazität des Zwischenlagers für ausgebrannte Atombrennstoffe Dukovany erschöpft sein. Es wurden die Projektierungsarbeiten für die Erweiterung dieser Lagerkapazitäten begonnen. Der ausgebrannte Atombrennstoff aus dem Kraftwerk Temelín wird in einem Lager auf dem Gelände des Kraftwerks Temelín untergebracht werden, dessen Bau vorgesehen ist. ČEZ, a. s. fährt gleichzeitig mit der Sammlung von Unterlagen für das Projekt eines Lagers außerhalb des Areals der Kraftwerke fort. Ein Zentrallager für ausgebrannten Atombrennstoff ist in der Ortschaft Skalka im Kreis Žďár nad Sázavou geplant. Dieses Projekt wird als Reserve für den Fall vorbereitet, dass der Bau von weiteren Lagerkapazitäten aus irgendeinem Grund auf dem Gelände der Atomkraftwerke nicht möglich sein sollte. Die technische Lösung, die für alle Varianten der Lagerung der ausgebrannten Atombrennstoffe vorgesehen ist, d.h. der Bau und der Betrieb eines trockenen Lagers, ist in der Welt sehr progressiv.

Der ausgebrannte Atombrennstoff wird im Lager einige –zig Jahre sein. Dann sinkt seine Temperatur auf ein Niveau, bei dem er endgültig in ein Tiefenendlager gebracht werden kann, wo keine weitere Aufsicht erforderlich sein wird. Die Arbeiten im Zusammenhang mit der endgültigen Lagerung des ausgebrannten Atombrennstoffs werden von der erwähnten Verwaltung der Lagerstätten für radioaktiven Abfall (SÚRAO) sichergestellt.

Die Energiegesellschaft ČEZ, a. s. verfolgt auch die Möglichkeit der Umarbeitung des Brennstoffs vor seiner endgültigen Lagerung. Möglichkeiten der energiewirtschaftlichen Nutzung des ausgebrannten Atombrennstoffs in der Zukunft sind bekannt unter der Abkürzung ADTT, was von einem Beschleuniger gelenkte Transmutationstechnologie bedeutet. Hierbei handelt es sich um die Entwicklung einer Technologie, die sich auf die weitere Ausnutzung eines großen Potentials der Atomenergie richtet, die die derzeitigen Reaktortypen aus dem Brennstoff nicht freisetzen können, und auf Atomumwandlungen langlebender Radionuklide so, dass die Zeit wesentlich verkürzt wird, während der die Abfälle infolge Radioaktivität gefährlich sind.

Atomkraftwerke AInstallierte Leistung AJahr der Inbetriebnahme
Dukovany 4 x 510 1985 - 1988
Temelin 1 x 1 078 + 1 x 1 055 1. Block - 2001
2. Block - 2002