Kernkraftwerk Temelin

Elektrárna Temelín-1-ajDas Kernkraftwerk Temelín liegt etwa 24 km von České Budějovice und 5 km von Týn nad Vltavou entfernt. Der Strom wird in zwei Blöcken mit Druckwasserreaktoren vom Typ VVER 1000 V 320 hergestellt. Die Entnahme von Nutzwasser erfolgt über die Stauanlage Hněvkovice na Vltavě, deren Errichtung Bestandteil des Projektes zum Ausbau des Kraftwerkes war. Die erforderliche Wasserqualität wird durch Kläranlagen am Oberlauf der Moldau (Vltava) gewährleistet – vor allem in Větřní, Český Krumlov und České Budějovice. Im Frühjahr 2003 wurde das Kernkraftwerk Temelín mit einer installierten elektrischen Leistung von 2.000 MW zum größten Energieerzeuger in der Tschechischen Republik.

Das Investitionsvorhaben für den Bau des Kernkraftwerkes wurde im Februar 1979 bekanntgegeben, das ursprüngliche Projekt wurde 1985 von der Firma Energoprojekt Praha ausgearbeitet, und 1987 wurde mit dem Bau der betrieblichen Objekte begonnen. Nach November 1989 wurde unter den neuen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen entschieden, das Kernkraftwerk auf zwei Blöcke zu reduzieren. Trotz langer Zeiträume großer Ungewissheit wurden am reduzierten und technologisch modernisierten Bau im Juli 2000 die ersten Brennelemente in den Reaktor eingeführt. Am 21. Dezember begann der erste Block mit der Stromerzeugung.

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Das technologische Schema des Kraftwerkes entspricht den modernsten Parametern. Der gesamte Primärkreislauf des Blocks mit Kernreaktor, vier Dampfgeneratoren, Umwälzpumpen usw. befindet sich in einem Volldruck-Eisenbetoncontainment (hermetisch abgeschlossene Ummantelung). Im Sekundärkreislauf des Blocks befindet sich ein Turbogenerator mit einer elektrischen Leistung von 1.000 MW. In der aktiven Reaktorzone befinden sich 163 Brennkammern (312 Brennstäbe pro Kammer) und 61 Kontrollstäbe. Jeder Dampfgenerator stellt pro Stunde 1.470 t Dampf mit einem Druck von 6,3 MPa und einer Temperatur von 278,5 °C am Austritt her. Die Turbine arbeitet mit 3000 U/min.

Der Brennstoff für unsere Kernkraftwerke mit Druckwasserreaktoren ist Uran(IV)-Oxid (UO2) mit durchschnittlich 3,5 % Anreicherung des spaltbaren Isotops Uran–235. Der Brennstoff für das Kernkraftwerk Temelín wird vom amerikanischen Unternehmen Westinghouse geliefert. Dieses Unternehmen liefert gleichzeitig das neue Kontroll- und Steuerungssystem.

Elektrárna Temelín-2-ajDie bei der gesteuerten Kernspaltung von Uran–235 freiwerdende Wärmeenergie wird aus der aktiven Reaktorzone durch entmineralisiertes Wasser des Primärkreislaufs zu den vier Wärmeaustauschern – Dampfgeneratoren abgeleitet. Über die Kontrollstäbe und durch Änderung der Bor-Konzentration im Kältemittel kann die Wärmeproduktion des Reaktors gesteuert werden. Die Zirkulation des Kühlwassers (unter Druck geschlossen im primären Reaktorkreislauf) wird durch vier Rohrschleifen und Pumpen abgesichert. In den Dampfgeneratoren erfolgt der Wärmeaustausch aus dem Primärkreislauf des geschlossenen Wassers an den Kreislauf der Dampfturbine (Sekundärkreislauf).

Der Sekundärkreislauf stellt ebenfalls einen geschlossenen Kreislauf mit entmineralisiertem Wasser dar. In den Dampfgeneratoren wird das Wasser des Sekundärkreislaufs zum Kochen gebracht und der dadurch entstehende Dampf wird in die Turbinen geführt. Im Kraftwerk befinden sich zwei Turbinen, wobei jede der Turbinen zum Antrieb eines 1.000 MW – Stromgenerators dient, der wiederum elektrischen Strom mit einer Spannung von 24 kV generiert. Das gesamte Turboaggregat für das Kernkraftwerk Temelín wurde vom Unternehmen Škoda Plzeň hergestellt. Hinter der Turbine kondensiert der Dampf in den Kondensatoren auf der Kühlüberfläche von Titanrohren zu Wasser. Durch Durchfluss des Kühlwassers des Tertiärkreislaufs (Kühlkreislauf) durch die Kondensatorrohren wird dem Dampf Kondensationswärme entzogen. Anschließend wird der Kreislauf in vier Kühltürme geleitet, in denen sich das Wasser des Tertiärkreislaufs durch Verdampfung im natürlichen Luftzug abkühlt. Somit gelangt nur reiner Wasserdampf in die Luft.

Ein wichtiger Bestandteil in der Absicherung eines sicheren Betriebs besteht im hohen professionellen Niveau des Bedienpersonals. Zur Vorbereitung des Bedienpersonals wurde auf dem Gelände des Kernkraftwerkes Temelín ein komplexer Simulator für die Blocküberwachung erbaut. Es handelt sich hierbei um ein genaues mathematisches Modell des Verhaltens des Reaktors und des Primär- und Sekundärkreislaufs, das in die genaue Kopie der Leitwarte des Reaktorblocks eingefasst wurde.

Seit 1990 kam es beim Projekt des Kernkraftwerkes Temelín zu einer Reihe von Anpassungen, um die Zuverlässigkeit und Sicherheit an das Niveau westeuropäischer Kernkraftwerke anzugleichen. Seit 1991 gab es im Kraftwerk bereits 21 Kontrollen durch Inspektoren der Internationen Atomenergie-Organisation. Deren Empfehlungen zur Verbesserung der Zuverlässigkeit und Sicherheit des Kraftwerkes wurden im Verlauf der Baumaßnahmen und während der Inbetriebnahme in die Praxis umgesetzt. Der Probebetrieb für den ersten Block wurde am 10. Juni 2002 aufgenommen. Der Probebetrieb des zweiten Blocks begann am 18. April 2003. Im Jahr 2003 hat das Kernkraftwerk Temelín 12,11 TWh Elektroenergie hergestellt, im Jahr 2004 sollen 13,4 TWh hergestellt werden. Durch Inbetriebnahme der beiden Reaktorblöcke von Temelín in den Probebetrieb hat sich zusammen mit dem Kernkraftwerk Dukovany der Anteil von Kernenergiequellen im Rahmen der Produktion der Aktiengesellschaft ČEZ im Jahr 2003 auf 42,5 % erhöht.

Ausführliche Informationen über das Kraftwerk erhalten Sie im Informationszentrum, das sich im rekonstruierten Schloss Vysoký Hrádek befindet.

Ausführliche Informationen über den überlegten Fertigbau vom KKW Temelín erhalten Sie hier.

Produktionseinheit – Temelín
Installierte Leistung 2 x 1 055 MW
Inbetriebnahme im Jahr 2002
Reaktortyp VVER 1000