Gründe für die Nachrüstung
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Die Übersicht der Gründe, warum als Variante der Entwicklung des Produktionsportfolios gerade die Nachrüstung des 3. und 4. Blocks des Kraftwerks von Temelín, einschließlich der Gründe für die Wahl der Lokalität ausgewählt wurde.
Grundsätzliche Gründe für die abgewogene Nachrüstung
In der ganzen Welt, also auch in Europa (und in der Tschechischen Republik) steigt der Stromverbrauch immer wieder.
Auch trotz der komplexen Erneuerung und dem neuen Aufbau der Kohlen- und Gaskraftwerke in der Tschechischen Republik und auch in benachbarten Ländern ist es schon jetzt offenbar, dass die Kapazitäten für die Stromproduktion anfangen zu fehlen. Nach den aktuellen Prognosen tritt das Defizit des Stroms in der Tschechischen Republik zwischen den Jahren 2015 und 2025 ein.
Theoretisch ist es möglich, das fehlende Stromvolumen durch den Import aus dem Ausland abzudecken. Aus den neuesten Analysen ergibt es sich jedoch, dass die Gewinnung des Stroms durch den Einkauf im Ausland in den nächsten Jahren äußerst unsicher sein wird, weil auch in Europa die Nachfrage wächst und viele europäische Länder vor dem Problem stehen, die auslebende und geschlossene Kraftwerke zu ersetzen. Der Bedarf an neuen Energiekapazitäten bis zum Jahr 2030 ist in ganz Europa auf 200 Tausend MW abgeschätzt, was zum Beispiel 200 Blöcken des Kernkraftwerks Temelín entspricht.
Der eventuelle Strommangel auf dem Markt würde zur wesentlichen Erhöhung dessen Preises führen. Wenn wir wollen, dass die Tschechische Republik auf dem Gebiet der Stromproduktion autark bleibt und von dessen Import nicht abhängig sein muss, ist es nötig, mit dem Aufbau neuer Produktionsquellen schon mit dem genügenden Zeitvorsprung anzufangen.
Primäre Energieressourcen – sowohl fossil, als auch erneuerbar – haben die begrenzte Kapazität. In der Zeitperiode der nächsten Jahre muss sich die Tschechische Republik auf die schrumpfenden Braunkohlenvorräte vorbereiten (und zwar auch dann, wenn es zum Durchbruch der Abbaulimite kommt). Im Falle der neuen Kohlenkraftwerke kann man dazu auch über das Risiko des unsicheren unternehmerischen Umfelds sprechen, weil das System der Regulierung der CO2-Emissionen bisher in der längeren Zeitperspektive nicht stabilisiert ist.
Die Gaskraftwerke sind mit Bezug auf ihre Emissionsparameter (gegenüber einem Kohlenkraftwerk emittieren für gelieferte kWh elektrischer Energie ca. eine Hälfte der Menge von CO2) und auf die relative Schnelligkeit des Aufbaues eine Realmöglichkeit und die Gruppe ČEZ rechnet mit deren Aufbau. Mit Bezug auf die große Empfindlichkeit der Kosten der Stromproduktion bezüglich des Preises des Brennstoffs (des Erdgases) und in der Abhängigkeit von dem Lieferanten ist es jedoch nicht geeignet, die künftige Bedürfnisse nur durch diese abzudecken.
Die Wasserressourcen beteiligen sich an der jetzigen Produktion von ČEZ mit unvollen vier Prozenten, wobei die Erhöhung dieses Anteils durch den Aufbau von neuen großen Wasserkraftwerken nicht mehr möglich ist – in der Tschechischen Republik gibt es dafür keine geeigneten Lokalitäten mehr.
Die erneuerbaren Energieressourcen sind bisher in den meisten Vorfällen ökonomisch konkurrenzunfähig. Sie sind zwar fähig, einen Teil der Energiebedürfnisse abzusichern, aber die Grundvoraussetzung für deren größere Erweiterung ist die technologische Entwicklung mit dem Ziel, deren Effektivität zu erhöhen. Mit der Aufnahme der Wasserkraftwerke profitieren sie von den dotierten Aufkaufpreisen. Das Problem der erneuerbaren Ressourcen ist auch die schwer vorhersehbare Produktion, die von dem Wind oder von der Sonnenaktivität abhängig ist. Auch trotz deren Nachteile hält die Gruppe ČEZ die Entwicklung der erneuerbaren Ressourcen für wichtig und rechnet mit deren weiteren Aufbau, und zwar vor allem auf dem Gebiet der Windenergie und der Verbrennung der Biomasse. Das Gesamtvolumen des so produzierten Stroms kann die Produktion in den klassischen Ressourcen jedoch nicht ersetzen.
Die Erhöhung der Inlandskapazität der Kernkraftwerke hilft auch in die Zukunft, die Energiesicherheit des Staats aufrechtzuerhalten und die Abhängigkeit von den Importen der Energieressourcen aus dem Ausland zu reduzieren. Gegenüber den Gas- oder Erdöllieferungen aus weniger stabilen Weltgebieten ist der Vorteil der Kernenergetik die Zuverlässigkeit der Brennstofflieferungen für das Kernkraftwerk. Zu den größten jetzigen Uranproduzenten in der Welt gehören Kanada und Australien, also stabile und traditionelle demokratische Staaten. Die Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Brennstoffproduktion sind auch diversifiziert und werden von den hoch entwickelten Ländern geleistet. Die Nachrüstung des Kernkraftwerks Temelín führt dank diesem Umstand zur Reduzierung der Abhängigkeit der Tschechischen Republik von den Energieressourcen aus risikoreichen Auslandsterritorien und hilft die „Energiesicherheit“ des Staats aufrechterhalten.
Die Wirtschaft und die Energetisch hängen eng zusammen. Die künftigen Generationen haben das unveräußerliche Recht auf die Erhaltung bzw. Beschleunigung der Dynamik der Entwicklung der Wirtschaft und des Lebensniveaus, sowie auch das Recht auf die genügende Energie bei der Aufrechterhaltung der sauberen Umwelt. Die Kernkraftwerke können die beiden Anforderungen unserer künftigen Generationen restlos absichern.
Der Betrieb eines Kernkraftwerks ist von den alltäglichen Brennstofflieferungen nicht abhängig und der Kernbrennstoff ist einfach zu lagern. Der Kernbrennstoff stellt nur ca. 10 % Kosten gegenüber der Stromproduktion von z.B. Erdgas dar, bei dem der Brennstoff bis 70 % Kosten bildet. Deshalb betreffen die Preisschwankungen der Rohstoffe die Kernkraftwerke viel weniger als die Gaskraftwerke. Die Kernkraftwerke sind in der Kapazität genügend groß und im Betrief effektiv. Deren großer Vorteil ist die Tatsache, dass sie keine Stickstoff-, Schwefeloxid- oder Treibhausgasemissionen produzieren. Sie sichern die zuverlässige Lieferung des Stroms ab, ohne den wir uns irgendwelches Gebiet unseres Lebens nur noch schwer vorstellen können.
Nach der Erwägung aller technischen, wirtschaftlichen, sozialen Hinsichten und der Umwelt und auch der Strategie der dauerhaft anhaltenden Entwicklung sind die Kernkraftwerke im Vergleich mit anderen erreichbaren Stromressourcen von der ähnlichen Leistung für die Tschechische Republik die geeignetste Lösung. Es ist dabei offenbar, dass weder die erneuerbaren Ressourcen, Fossilbrennstoffe noch die Kernenergetik die künftigen Bedürfnisse isoliert sicherstellen können. In der jeweiligen Etappe der technischen Entwicklung ist deshalb nötig, alle diese Alternativen gleichzeitig auszunutzen und weiter zu vervollkommnen und gleichzeitig damit neue alternative Technologien vorzubereiten, über deren Einsatz seriöse technische, wirtschaftliche und environmentale Analysen entscheiden. Für die optimale Lösung wird die Mischung aller Energieressourcen gehalten.
Wahl der Lokalität
Mit vier Blöcken hat schon das ursprüngliche Projekt des Kernkraftwerks Temelín gerechnet. Das Investitionsvorhaben des Aufbaues des Kraftwerks in Temelín mit der installierten Leistung von 4x 1000 MW wurde im Februar 1979 genehmigt. Das Einleitungsprojekt wurde von Energoprojekt Praha im Jahre 1985 bearbeitet und der Aufbau der Betriebsobjekte allein wurde im Jahre 1987 aufgenommen. Nach dem November 1989 wurde es in den neuen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen über die Reduzierung der Anzahl der Blöcke auf zwei entschieden.
Die für den Aufbau eines Kernkraftwerks geeignete Lokalität wird mit Bezug auf die Geographie, Demographie, Meteorologie, Hydrologie, Geologie, Hydrogeologie, Seismik, Wasserressourcen, auf den Straßen- und Eisenbahnanschluss, auf die Eignung bezüglich des Stromnetzes und von vielen anderen Gesichtspunkten ausgewählt. Die Lokalität für den Aufbau des Kernkraftwerks entspricht auch nach der jeweiligen Verordnung von SÚJB (Staatsbehörde für die Kernsicherheit) 215/1997. Zu den wichtigen Kriterien gehören die günstige Verteilung der Bevölkerung für die Möglichkeit des frühen Schutzes, die Abwesenheit von Karsterscheinungen, der tektonischen Brüche, der geodynamischen Erscheinungen, der Änderungen der Oberfläche durch den Einfluss des unterirdischen Abbaues, der wichtigen Grundwasserressourcen oder der Bodenschätze.
Aus dem Vergleich der Lokalitäten, die als geeigneten Orte für den Aufbau der Kernquelle erwogen wurden, ergibt es sich, dass die Kosten für die Vorbereitung der Lokalität für den Aufbau im Falle von Temelín eindeutig am niedrigsten sind.
Für vier Blöcke wurden in der Lokalität von Temelín ursprünglich die meisten Unterstützungssysteme aufgebaut: für Trink- und Löschwasser, für die Regenwasser- und Schmutzwasserkanalisation, für das Eisenbahn- und Straßennetz, für das System der chemischen Wasseraufbereitung und für die Quelle von dem sog. Rohwasser aus der Moldau und aus dem Wasserbecken Hněvkovice. Für den Bau- und Kommunalabfall wird die Deponie Temelínec ausgenutzt, auch die zweite Hälfte der Schaltanlage Kočín wird fertig gestellt, einschließlich der Ausleitung der Leistung und der Reserveeinspeisung. Die Komplettierung rechnet mit der Erweiterung des jetzigen Systems des physischen und Strahlungsschutzes des Kraftwerks.
Für die Komplettierung des Kernkraftwerks Temelín in der Form der Erweiterung der Produktionskapazität spricht auch die Tatsache, dass die hiesige Lokalität die anspruchsvolle Selektion der Auswahl von geeigneten Lokalitäten für den Aufbau erfolgreich absolviert hat. Mit der Lokalität von Temelín rechnet dabei auch die Politik der Gebietsentwicklung der Tschechischen Republik als mit einem Ort, der für den Aufbau der Kernquelle geeignet ist.
Die Auswahl der Lokalität des jetzigen Kraftwerks zeigt für die Komplettierung der neuen Produktionskapazität auch deshalb geeignet zu sein, dass im Kraftwerk zurzeit nicht nur die besten Fachleute für den Betrieb, sondern auch für den Aufbau des Kernkraftwerks arbeiten.
Das Kraftwerk Temelín wurde schon im Verlauf des Aufbaues, der Inbetriebsetzung und der Inbetriebnahme zu einem festen Bestandteil der Region und die Untersuchungen der öffentlichen Meinung beweisen, dass die Unterstützung der Nachrüstung des Kernkraftwerks Temelín dauerhaft hoch ist. Nach der Untersuchung der öffentlichen Meinung von STEM vom März 2008 stimmen 64 % Bevölkerung in der Umgebung von Temelín der Entwicklung der Kernenergetik in der Tschechischen Republik zu und der ungefähr gleiche Anteil (65 %) von Befragten hat sich in der Forschung auch für die Nachrüstung des Kraftwerks in Temelín ausgesprochen. Im vergleich mit Vorjahren, hat sich der Anteil der maßgeblichen Gegner der Ausnutzung der Kernenergie und auch der Nachrüstung des Kraftwerks Temelín markant reduziert. Etwa drei Viertel Bürger (77 %) aus der Umgebung des Kraftwerks in Temelín halten dieses Kernkraftwerk für vergleichbar mit modernen Kernkraftwerken in der Welt.
Das positive Image des Kraftwerks in Temelín hat sich im Vergleich mit den vorherigen Lokaluntersuchungen markant verstärkt. Zum ersten Mal seit dem Jahre 2000, als die Regionaluntersuchung in der Umgebung Temelíns aufgenommen wurde, beurteilt mehr als eine Hälfte der hiesigen Bewohner (57 %) das Verhalten der Vertreter des Kraftwerks gegenüber der Öffentlichkeit als offen, mehr als drei Fünftel Menschen (64 %) vermuten, dass das Kraftwerk Temelín für die benachbarten Gemeinden ein guter Partner bei der Realisation der gemeinsamen Projekten ist.
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